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Hund richtig Scheren

Sie wollen Ihren Hund das erste Mal scheren und wissen nicht wo und wie überhaupt? Für viele und auch möglicherweise für Sie ist das Thema Hund Scheren mit viel Nerven, Kosten und Falschinformationen verbunden. Besonders letzteres kann für ihren Liebsten teils verheerende Folgen haben.

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen die wichtigsten Informationen hier zusammenzufassen. Dies beinhaltet unter anderem auch Antworten auf wichtige Fragen wie: Welche Hunderassen sollte man scheren und warum überhaupt? Denn nicht jedes Hundefell reagiert positiv auf regelmäsiges Schneiden des Hundefelles.

Warum Hunde scheren?

Oder andersherum: Warum Hunde nicht scheren? Eine der Hauptgründe für das Schneiden der Hunde Haare ist der Sommer und die damit verbundene Hitze. Klingt natürlich im ersten Moment auch logisch, meinen Sie nicht auch? In einigen Fällen ist das natürlich auch die Wahrheit. Allerdings wissen viele nicht, dass Hundefell nicht nur im Winter dafür sorgt, dass dem Hund warm ist, sondern der Pelz dient auch gleichzeit als Schutz vor der Sonne (UV-Strahlung). Aus diesem Grund hat sogar die AESPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) folgendes Statement zum Thema „Hunde scheren was beachten“ veröffentlicht.

Sie sollten auf keinen Fall Angst davor haben Ihren Hund zu scheren. Es ist völlig in Ordnung Ihren Hund einen Sommer-Schnitt zu verpassen. Das Trimmen kann für den Hund defintiv vom Vorteil sein und macht die Pflege natürlich auch einfacher. Allerdings sollten Sie niemals bis zur Haut Scheren oder das Hundefell mit einer einfachen Schere entfernen! (Quelle: www.aspca.org)

Oder kurz gesagt: Das Hundefell sollte nicht komplett abgeschnitten werden, sodass es im Sommer dem Hund noch Schutz bietet.

Auchtung bei Hundefell Verfilzung

Sollte das Hundefell schon bis auf die Haut verfilzt sein, müssen Sie schnell handeln. Als erster Schritt legen wir Ihnen Nahe auf jeden Fall den Tierartzt zu besuchen. Dieser wird dann wahrscheinlich die nächsten Schritte mit Ihnen klären.

Im oberen Absatz wurde mit großem Enthusiasmus geprädigt, dass man unter keinen Umständen den Hund bis zur Haut scheren sollte. Eine sehr starke Verfilzung ist hier allerdings die Ausnahme der Regel. Hier aber wie bereits erwähnt vorher mit dem Tierartzt den Vorgang absprechen. Sollte dieser zustimmen sollten Sie das Fell vor dem Schervorgang behutsam mit Kamm und Bürste pflegen bzw. vorher den Hund ordentlich (am besten mit speziellem Hundeshampoo) waschen. Anschließend das Hundefell so langsam und vorsichtig wie möglich kürzen.

Welche Hunderassen sollte man scheren und welche nicht?

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Für viele stellt sich die große Frage welche Hunde man scheren sollte und welche nicht. Dies ist sehr stark von der Art des Felles abhängig. Natürlich kommen in manchen Fällen auch persöhnliche Präferenzen dazu. Allerdings sollten Sie wissen, dass das Fell mancher Hunderassen sich beim regelmäßigen Scheren oder Trimmen verändern kann und man deswegen nicht jede Hunderasse scheren sollte.

Hunde mit Unterwolle

Manche Hunderassen verlieren von Natur aus sowohl das Deckhaar als auch die Unterwolle. Diese Art des Felles ist auch beim Wolf zu finden und hat sich auf viele andere Hunde vererbt. Einfach erklärt wechselt die Unterwolle von Ihrem Hund auf ganz natürliche Weise, da die Haarwurzel nach ca. 14 Wochen das alte Haar nicht mehr versorgt. Dies hat zur Folge, dass Ihr Hund zu haaren beginnt.

Bei zu häufigem oder falschem Scheren des Hundefells, kann es vorkommen, dass dieser Prozess beschleunigt wird. Dies führt dann zu starkem Haarwuchs und folglich zur Filzbildung und einen Juckrzeiz beim Hund führen.

Bei Hunden mit Unterwolle sollte man es aus diesem Grund mit dem Scheren nicht übertreiben!

Hier ein paar Beispiele für Hunderassen mit Unterwolle und Hunden die man ohne Probleme geschert werden könne. Bitte beachten Sie, dass diese Liste theoretisch sehr sehr lange sein könnte und natürlich bei weitem nicht alle wichtigen Hunde genannt wurden:

Hunde die man ohne Probleme scheren kann Hunde mit Unterwolle
Malteser Golden Retriever & Flat Coat Retriever
Pudel Labrador
Shih Tzu Border Collie
Löwchen Berner Sennen
Yorkshire Terrier Schipperke
Bologneser Dackel
Bichon Frisè Husky
Coton de Tulèar Collies

Wie schere ich meinen Hund richtig?

Auch bei den oben erwähnten Hunderassen, welche ohne Probleme geschert werden können, gibt es trotzdem ein paar Sachen für Sie zu beachten. Wichtig ist vor allem, die Benutzung der richtigen Hundeschermaschine und sonstigem Equipment und natürlich die korrekte Technik.

Bevor wir Sie nun mehr über diese richtige Technik beim Trimmen oder Scheren Ihres Hundes erfahren, möchten wir Ihnen den ganzen Vorgang noch etwas schmackhafter machen. Deswegen zeigen wir Ihnen vorher, wie teuer es ist selber den Hund zu scheren und weiters machen wir einen Vergleich zum altbekannten Hundefrisör.

Was kostet es einen Hund zu scheren?

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Falls Sie nicht ohnehin schon Equipment zur Fellpflege besitzen, raten wir jeden Hundebesitzer dazu sich einen ordentlichen Hundekamm bzw. eine Hundebürste anzuschafften. Weiters kann (aber muss nicht) ein spezielles Hundeshampoo von Vorteil sein.

Abgesehen davon kommen an Kosten, wenn Sie ihren Hund selber scheren, nur noch die Anschaffung einer passenden Hundeschermaschine hinzu. Diese Kostet Ihnen ungefähr zwischen 30 und 100 Euro.

Preise Hundefriseur

Um hier einen objektiven Vergleich zu bekommen, haben wir einfach nach „Hundefrisör Kosten“ recherchiert und einen zufälligen Hundefrisör für unsere Testdaten hergenommen. Frisör A verlangt demnach folgende Preise:

  • Kleine Hunde ab 75,00 Euro
  • Mittelgroße Hunde ab 85,00 Euro
  • Große Hunde ab 95,00 Euro
  • Sehr große Hunde ab 105,00 Euro

Natürlich geht man mit seinem Hund nicht wöchentlich zum Frisör. Allerdings in Anbetracht dessen, dass eine profesionelle Hundeschermaschine mit guter Leistung schon ab 60€ erhähltich ist, zahlt es sich aus, zumindest nicht immer auf den Hundefrisör zu setzen.

Hund selber trimmen

Die Überwindung das erste Mal ihren liebsten Hund selber zu scheren oder trimmen ist für viele der Grund, warum im Endeffekt doch auf den teureren Hundefriseur gesetzt wird. Doch mit der Zeit und dem richtigen Equipment, wird man sicherer und Sie werden feststellen, dass Hunde Haare schneiden garnicht so schwer ist. Und ganz nebenbei sparen sie auch noch einiges an Geld.

Besonders bei Hunden mit Langhaar ist das Trimmen eine sehr einfache und gute Methode um überschüssiges oder abgestorbenes Fell zu entfernen. Weiters gibt es auch Hunderassen die keinen natürlichen Fellwechsel haben und deswegen das Trimmen zur Beschleunigung des Fellwachstums eingesetzt wird.

Nichtsdestotrtz raten wir Ihnen natürlich prinzipiell nicht von einem Hundefrisör ab. Durch teilweise sehr lange Erfahrung kann oft nur dieser, besonders bei Hunderassen mit sehr empfindlichen Hundefell, Fragen wie beispielsweise: „Wir kurz soll ich meinen Hund scheren?“ genauestens beantworten. Leider gibt es zumindest in Deutschland und Österreich keine spezielle Zertifizierung zum Hundefriseur. Dies hat zur Folge, dass nicht jeder der vorgibt ein Hundefrisör zu sein, auch wirklich einer ist.

Hund trimmen Anleitung

Und nun wird es Zeit endlich Ihren Hund zu scheren bzw. zu trimmen. Wir haben uns Mühe gegeben den ganzen Prozess in 3 einfachen Schritten zusammenzufassen. Doch vorher noch 3 kleine Tipps am Rande:

  1. Nehmen Sie sich Zeit! Auch bei kleinen Hunden wie dem Dackel ist das Scheren des Hundefells nichts was man unter Stress machen sollte. Besonders bei heiklen Stellen wie den Ohren ist es wichtig konzentriert zu arbeiten um etwaige Verletzungen zu vermeiden.
  2. Sollte selbstverständlich sein, aber auf gutes Licht achten!
  3. Nach dem Scheren oder Trimmen emfiehlt es sich den Hund zu waschen um überschüssiges Haar zu entfernen. Viele verwenden hierfür spezielles Hundeshampoo.
    Allerdings erfüllt hier (zumindest meiner Meinung nach) jedes andere Shampoo auch Ihren Zweck, solange es Ph-Neutral ist. Also z.B jedes Babyshampoo.

1. Das richtige Werkzeug

 

Für weitere Informationen zum Thema Hundeschermaschine: Hundeschermaschinen Guide und Test

Wenn Sie Ihren Hund selber scheren wollen, sollen Sie defintiv auf das richtige Werkzeug setzen. Hundeschermaschinen bekommt man schon ab 30€ und können aber auch je nach Marke, Modell und 

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Leistung weit über 100€ kosten. Wie viel Sie im Endeffekt ausgeben wollen bleibt natürlich Ihnen überlassen. Allerdings zahlt es sich unserer Meinung auf Dauer nicht aus auf Billiggeräte zu setzen. Diese haben oftmals den Nachteil, dass Sie

  • Schneller überhitzen
  • Sehr laut sind
  • und besonders bei drahtlos Geräten die Leistung des Akkus schnell nachlässt.

Weiters sollte auch Bedacht werden, dass beim Rasieren des Hundefells die Gefahr besteht, das Tier zu verletzen. Hier ist es nicht empfehlenswert das Risiko herauszufordern und auf ein 10€ Gerät aus China zu setzen, besonders wenn man bedenkt wie viel der Besuch beim Hundefrisör im Vergleich kosten würde.

 

Zusätzlich zur Hundeschermaschine sollten sie einen passenden Kaummaufsatz, eine Hundebürste und Reinigungsmaterial (Öl, Pinsel) bereitstellen. Bei den meisten Schermaschinen für Hunde wird das gennante Zubehör oft gleich mitgeliefert.

 

2. Vorbereitung

Bevor wir nun mit dem Scheren des Hundefells beginnen sollten Sie vorher das Fell nochmals genauestens absuchen und bei Bedarf nachbürsten. Wenn es sein muss den Hund auch unter die Dusche stellen. Besonders bei Klumpen oder starken Verfilzungen im Fell, ist es nacher schwierig mit der Schermaschine durch das Fell zu gleiten. Weiters kann es für das Tier auch schmerzhaft sein und vorher einmal ordentlich Durchbürsten ist defintiv kein Fehler.
Falls Sie sich nun dazu entscheiden, den Hund vor dem Scheren zu waschen, auf jeden Fall darauf achten, dass das Fell anschließend auch wieder trocken ist. Mit nassen Hundefell lässt es sich nämlich erfahrungsgemäß nicht so gut arbeiten.

Wenn Sie Ihren Hund das erste Mal scheren, sollten Sie wissen, dass manche Tiere auf die Vibration, den Lärm oder allgemein den Schervorgang nicht unbedingt positiv reagieren und versuchen wegzulaufen. Aus diesem Grund ist es ratsam eine zweite Person zur Hilfe dabei zu haben, um genau das zu verhindern und den Hund zu beruhigen.

3. Scheren des Hundefells

Um Anfangs gleich die wahrscheinlich häufigste Frage zum Thema Hunde scheren zu beantworten:

„Muss ich meinen Hund gegen oder mit dem Strich scheren?“

Prinzipiell ist es vom Vorteil immer mit dem Strich scheren! Dies hat zwei Vorteile. Erstens das Hundefell hat am Schluss dann tatsächlich die vorgesehene Länge die der verwendete Aufsatz anzeigt. Zweitens verursacht das Schneiden gegen den Strich in manchen Fällen einen unregelmäßigen Haarschnitt und fällt für gewöhnlich kürzer als gewünscht aus.
Allerdings schneide ich bei meinem Hund gegen den Strich, da es das Fell nicht zulässt und das Scheren mit dem Strich einfach nicht so gut funktioniert.

Generell gilt bei der Länge: Erstmal herantasten und lieber zu lang als zu kurz.

Die Haare am Kopf Ihres Hundes nicht vergessen

Persöhnlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es vom großen Vorteil ist, gleich zu Beginn die sensiblen Stellen Ihres Hundes zu scheren. Aber warum Fragen Sie sich? Ganz einfach. Viele Hund werden mit der Zeit unruhig, das gilt besonders für schreckhafte Tiere.

Bei Stellen wo das Verletzungsrisiko besonders hoch ist, möchte man natürlich mit einer ruhigen Hand arbeiten können und dies ist am Anfang dann noch eher möglich.

Eine kleine Empfehlung für die Reihenfolge beim Scheren, für den Fall, dass Sie einfach nicht wissen wo Sie anfangen sollen:

  1. Kopf
  2. Unterarm
  3. Schwanz
  4. Hinter dem Kopf
  5. Rücken
  6. Seiten
  7. Bauchbereich

Anschließend können Sie mit dem verbleibenden Fell fortsetzen.

Für die Unterarme, sollte (möglichst beim ganzen Schervorgang) Ihr Hund komfortabel stehen könne. Dies erlaubt es Ihnen den Unterarm bzw. auch das Unterbein anzuheben um an schwierige Stellen zu kommen.

Ihr Hund verhält sich nach dem Scheren komisch

Viele Hunde tendieren dazu sich, besonders bei einer Vollrasur, sich komisch zu verhalten. Dies geht teilweise so weit, dass das Tier am Tag nach dem Scheren zittert, nicht schläft, einen Juckreiz hat und generell einen schlechten Eindruck macht.

Besonders im Falle einer starken Verfilzung lässt sich das Scheren des Hundefelles nicht vermeiden und man möchte natürlich dem liebsten Hund helfen. Als erstes sollte man hier natürlich den Tierartzt aufsuchen und diesem um Tipps und Hilfe fragen.

Weiters können wir Ihnen ans Herzl legen, Ihren Hund besonders beim Schlafen zuzudecken. Der Grund warum viele Hunde nach dem Scheren sich komisch verhalten, ist vermutlich, dass Sie sich ohne Ihren Fell einfach unwohl fühlen und das Gefühl der Sicherheit weg ist.